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Studiengänge

Medizin studieren - Infos zu Zulassung, Inhalten und Prüfungen

Ein Medizinstudium bereitet Dich auf eine Tätigkeit als Arzt vor. Nach der medizinischen Ausbildung erwartet Dich ein attraktives Gehalt und die Möglichkeit, Dich auf ein Fachgebiet zu spezialisieren.

Was ist ein Medizinstudium? Ein Kurzprofil

Medizin gehört zu den beliebtesten Studiengänge in Deutschland. Jedes Jahr gibt es mehr Bewerber als Plätze. Wenn Du zugelassen wirst, erhältst Du eine wissenschaftliche und praktische Ausbildung. Mit dem Abschluss des Staatsexamens und der Erteilung der Approbation kannst Du als Arzt tätig werden.

Voraussetzungen

Um Medizin studieren zu können, benötigst Du die Allgemeine Hochschulreife. In einigen Bundesländer kannst Du auch mit der fachgebundenen Hochschulreife studieren. Außerdem ist ein Studium mit einem als gleichwertig anerkannten Schul- oder Berufsausbildungsabschluss möglich. Welche Abschlüsse darunter fallen, unterscheidet sich je nach Bundesland. Eine Liste mit den Alternativen findest Du hier.

Zulassung

Medizinstudiengänge sind bundesweit zulassungsbeschränkt. Das bedeutet, dass es einen Numerus Clausus (NC) gibt. Wo der NC für ein Medizinstudium in den vergangenen Wintersemestern (WiSe) und Sommersemestern (SoSe) lag, kannst Du der nachfolgenden Tabelle entnehmen. Der NC ergibt sich aus dem Verhältnis der Studienplätze und der Anzahl der Bewerber und ändert sich somit jedes Semester.

Abitur erworben in WiSe 2010/11 SoSe 2011 WiSe 2011/12 SoSe 2012
Baden-Württemberg 1,0 1,1 1,0 1,1
Bayern 1,1 1,2 1,0 1,2
Berlin 1,2 1,2 1,1 1,2
Brandenburg 1,0 1,2 1,0 1,1
Bremen 1,1 1,1 1,0 1,1
Hamburg 1,1 1,1 1,2 1,2
Hessen 1,1 1,1 1,0 1,1
Mecklenburg-Vorpommern 1,1 1,2 1,0 1,2
Niedersachsen 1,2 1,3 1,1 1,2
Nordrhein-Westfalen 1,1 1,1 1,0 1,1
Rheinland-Pfalz 1,1 1,0 1,1 1,1
Saarland 1,0 1,1 1,0 1,4
Sachsen 1,1 1,2 1,1 1,3
Sachsen-Anhalt 1,1 1,2 1,1 1,6
Schleswig-Holstein 1,2 1,3 1,2 1,3
Thüringen 1,0 1,2 1,0 1,2


Die Vergabe der Plätze erfolgt über das Portal Hochschulstart.de und wird durch die Stiftung für Hochschulzulassung (SfH) (früher ZVS) organisiert. 20 % der Plätze eines Medizinstudiengangs gehen dabei an Bewerber mit dem besten Abiturdurchschnitt. Ebenso viele Plätze sind für Bewerber mit der längsten Wartezeit reserviert. Die restlichen 60 % der Medizin-Studienplätze werden in einem Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben. Dabei können die Hochschulen in einem gewissen Rahmen eigene Zulassungskriterien festlegen. Die Hochschulen berücksichtigen beispielsweise den Abiturdurchschnitt, Noten in einzelnen Fächern und Berufserfahrung. Zudem setzen einige Hochschulen auf Auswahlgespräche sowie den Test für Medizinische Studiengänge (TMS).

Test für Medizinische Studiengänge
Der TMS prüft das Verständnis für naturwissenschaftliche und medizinische Problemstellungen. Die Anmeldung erfolgt online auf www.tms-info.org. Die Teilnahme am Test ist nur einmalig möglich und kostet 50 €. Folgende Universitäten lassen den TMS in das Aufnahmeverfahren einfließen:

  • Bochum
  • Erlangen-Nürnberg
  • Freiburg
  • Halle (Saale)
  • Heidelberg
  • Heidelberg-Mannheim
  • Leipzig
  • Lübeck
  • Mainz
  • München
  • Oldenburg
  • Tübingen
  • Ulm
  • Würzburg

Im Test geht es dabei nicht um fachspezifisches Wissen. Vielmehr prüft der TMS Textverständnis, Konzentrationsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und Auffassungsgabe. Ausführliche Informationen zur Bearbeitung des Tests sowie Beispielaufgaben findest Du hier.

Wo kann ich studieren?
Der Tabelle kannst Du entnehmen, an welcher Uni ein Medizinstudium beispielsweise möglich ist.

Eine Übersicht darüber, wo Du in Deutschland Medizin studieren kannst sowie Erfahrungsberichte von anderen Studenten findest Du auf der Seite StudyCheck.de. Für wen ein Medizin Studium in Deutschland aufgrund des NCs nicht infrage kommt, der sollte die Möglichkeit in Betracht ziehen, in Österreich Medizin zu studieren. Hier ist der Zugang zum Medizin Studium nicht durch einen NC, sondern durch einen Test geregelt. Allerdings sind auch die Medizin Studienplätze in Österreich sehr begehrt. Auf dem Portal StudyCheck.at findest Du eine Auflistung aller Medizin Studiengänge in Österreich.

Aufbau des Studiums

Das Medizinstudium ist durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) bundesweit einheitlich geregelt. Die Regelstudienzeit beträgt 12 Semester und 3 Monate. Das Studium gliedert sich in einen vorklinischen Teil, der das 1. bis 4. Semester umfasst, sowie einen klinischen Teil.

Der vorklinische Teil
Hier erwirbst Du die natur- und sozialwissenschaftlichen Grundlagen der Medizin. Du kennst anschließend den Aufbau des menschlichen Körpers und weißt, wie er im Normalzustand funktioniert. Bestandteil ist außerdem ein Erste-Hilfe-Ausbildung sowie ein Krankenpflegepraktikum.

Der klinische Teil
Dieser Abschnitt des Medizinstudiums vermittelt Wissen zu Krankheiten und Heilung. Im letzten Studienjahr absolvierst Du ein Praktisches Jahr. Dieses dauert 48 Wochen und stellt eine zusammenhängende praktische Ausbildung in einem Krankenhaus dar.

  • Famulatur
    Die Famulatur ist ein im Medizinstudium vorgeschriebenes Praktikum, das insgesamt 4 Monate umfasst. Dabei sind 2 Monate in einem Krankenhaus und 1 Monat in einer Arztpraxis vorgeschrieben. Der 4. Monat kann wahlweise in einem Krankenhaus oder einer ärztlichen Praxis stattfinden. Das Praktikum absolvierst Du in der unterrichtsfreien Zeit nach dem 1. Teil der ärztlichen Prüfung und vor Beginn des Praktischen Jahres.
  • Praktisches Jahr
    Das Praktische Jahr bereitet Dich auf Deine Tätigkeit als Arzt vor. Du übernimmst ärztliche Aufgaben, die Deinem Ausbildungsstand entsprechen. Das Praktische Jahr unterteilt sich in 3 Abschnitte von jeweils 16 Wochen. Dabei erwirbst Du praktische Kenntnisse in den Bereichen:
    • Innere Medizin
    • Chirurgie
    • Allgemeinmedizin oder in einem anderen klinisch-praktischen Fachgebiet

Studieninhalte

Im 1. Studienabschnitt behandelt das Medizinstudium schwerpunktmäßig diese Themen:

  • Anatomie
  • Medizinische Terminologie
  • Biochemie
  • Biologie, Chemie und Physik für Mediziner
  • Psychologie
  • Soziologie
  • Einführung in die klinische Medizin
  • Physiologie
  • Molekularbiologie

Im 2. Studienabschnitt widmest Du Dich unter anderem folgenden Bereichen:

  • Allgemeinmedizin
  • Hygiene, Mikrobiologie und Virologie
  • Neurologie
  • Pathologie
  • Pharmakologie und Toxikologie
  • Epidemiologie
  • Medizinische Biometrie
  • Medizinische Informatik
  • Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
  • Chirurgie
  • Innere Medizin
  • Anästhesiologie
  • Klinische Chemie
  • Augenheilkunde

Prüfungen

Die Ärztliche Prüfung ist zweigeteilt. Der erste Abschnitt findet nach dem vorklinischen Teil statt, der zweite am Ende des Studiums. Beide Prüfungen erfolgen schriftlich sowie mündlich. Der schriftliche Teil ist ein bundesweit einheitlicher Multiple-Choice-Test.

Der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
Diese erste umfassend Prüfung im Medizinstudium wird umgangssprachlich auch als Physikum bezeichnet. Der schriftliche Teil der Prüfung erstreckt sich über 2 Tage und dauert jeweils 4 Stunden. Prüfungsthemen sind:

  • Anatomie und Biologie: 100 Fragen
  • Physiologie und Physik: 80 Fragen
  • Chemie und Biochemie: 80 Fragen
  • Psychologie und Soziologie: 60 Fragen

Im mündlichen Teil stellen Dir Deine Dozenten Fragen zu den Gebieten Anatomie, Physiologie und Biochemie.

Der zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
Die Prüfung findet an 3 Tagen statt und umfasst jeweils 5 Stunden. Dabei stellst Du Dein Wissen zu Krankheitsbildern und Gesundheitsstörungen mit Beschwerden, Symptomen und Befunden unter Beweis. Die mündliche Prüfung erfolgt in Gruppen von 4 Studierenden und dauert mindestens 4 Stunden. Gegenstand sind die Fächer Chirurgie, Innere Medizin sowie ein gewähltes Fach und ein zugelostes Fach.

Abschluss

Nach Bestehen aller Prüfungen kannst Du die Erteilung der Approbation – also die Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufes – beantragen. Damit darfst Du als Arzt tätig werden. Anschließend ist eine Spezialisierung auf ein Fachgebiet möglich. Dazu absolvierst Du eine mehrjährige ärztliche Weiterbildung. So kannst Du beispielsweise eine Laufbahn als Facharzt für Augenheilkunde oder Rechtsmedizin anstreben.   

Doktorarbeit

Anders als oft angenommen, sind Studierende mit dem Abschluss des Medizinstudiums nicht automatisch Doktor. Um den Doktorgrad zu erwerben, ist eine Promotion notwendig. Dazu schreibst Du  während des Medizinstudiums oder danach eine Doktorarbeit (Dissertation), die Du mündlich in einer Disputation verteidigst.

Welches Gehalt verdient ein Arzt?

Das Einkommen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Besonders Geschlecht, Berufserfahrung und Arbeitsort spielen eine Rolle. Dein mögliches Einkommen als Arzt oder Ärztin kannst Du in dieser Tabelle ablesen:

  Männer Frauen Durchschnitt
Gehalt (brutto / Monat) 6.900 € 4.300 € 6.600 €

Zusammenfassung

Gründe für ein Medizinstudium:

  • Als Arzt hilfst Du anderen Menschen und übst einen angesehenen Beruf aus.
  • Du hast die Möglichkeit, Dich mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen.
  • Du kannst Dich auf die unterschiedlichsten Fachgebiete spezialisieren.
  • Du qualifizierst Dich für einen Beruf mit sehr guten Verdienstmöglichkeiten.
  • Der abwechslungsreiche Beruf Arzt bietet dir viele Aufstiegsmöglichkeiten.